Katholische Kirchengemeinde St. Michael Tübingen
Ecuador-Projekt‚ Hogar de Nazareth



    

Ecuador-Projekt: Hogar de Nazareth

Wir unterstützen mit dem Projekt Hogar de Nazareth ein ‚Willkommenshaus‘ für Frauen und ihre Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Das Haus beherbergt bis zu 120 Menschen und bietet Ihnen vorübergehend Schutz und Regeneration, medizinische, psychologische und pädagogische Betreuung sowie rechtliche Beratung. Es soll Frauen und Kindern ermöglichen, durch Gewalt verursachte psychosoziale Störungen zu verarbeiten und soziale und emotionale Bindungen wiederherzustellen. Die Inanspruchnahme der Dienste ist für die Frauen und Kinder kostenlos.

Das Haus Hogar de Nazareth liegt in der Küstenstadt Guayaquil in Ecuador. Das Projekt wird getragen von Hogar de Cristo, einem sozialen Werk des Jesuitenordens. Die gemeinnützige Organisation unterstützt Prozesse nachhaltiger Entwicklung für Menschen, die in extremer Armut, Angegriffenheit, Verletzlichkeit und Ausgrenzung leben. Es geht darum, die grundlegenden Rechte von Menschen, die in einer höchst ungeschützten und ausgegrenzten Situation leben, wiederherzustellen. Hogar de Cristo arbeitet für eine sozial gerechte und integrative Gesellschaft in Ecuador. 

Seit 2011 hat sich ein enges Verhältnis zwischen unserer Gemeinde und unseren Freunden in Ecuador entwickelt. Gegenseitige Besuche und vor allem der Austausch von jungen Freiwilligen, die in Kooperation mit der Entsendeorganisation Evivo aus Deutschland nach Guyaquil gehen, um im Frauenhaus oder in anderen Projekten von Hogar de Cristo mitzuarbeiten, oder aus Ecuador nach Tübingen kommen, um für ein Jahr im Kinderhaus Carlo Steeb zu arbeiten, haben vielfältige Kontakte entstehen lassen. Von ihren Erfahrungen in Ecuador berichten zwei unserer Freiwilligen sehr eindrücklich in ihren Blogs: Melanie war im Jahr 2013/14, Fabian 2014/15 vor Ort. Aus ihren Berichten wird deutlich: Die finanzielle Hilfe aus St. Michael für die notleidenden Menschen in Ecuador – über die Jahre einige zehntausend Euro – ist ein zentraler Aspekt, aber bei weitem nicht das einzige Ziel unserer Zusammenarbeit. Wir wollen nicht zuletzt Verständnis für einander gewinnen und dauerhafte Beziehungen aufbauen, um voneinander zu lernen, globale Zusammenhänge zu erkennen und die weltweite Solidarität innerhalb der Kirche zu erleben.

Im April 2017 besuchte der Leiter des Frauenhauses, Luis Tavara, mit seiner Frau Gabriele unsere Gemeinde. Bei gemeinsamen Treffen und im Gottesdienst berichtete er über die Lage in Ecuador. Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben vom Frühjahr 2016 ist die Lage in Guayaquil im Moment besonders schwierig. Durch den weltweiten Verfall des Ölpreises und die hohe Abhängigkeit der ecuadorianischen Wirtschaft von Ölexporten ist das Land in eine schwere Krise geraten. Für das Frauenhaus bedeutet das den weitgehenden Wegfall von staatlichen Hilfen und in hohem Maße Planungsunsicherheit bei gleichzeitig steigender Armut und hohen sozialen Belastungen für viele Menschen in den Elendsquartieren der Großstadt. Eine besonders bittere Seite der Armut ist die Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Kinder im häuslichen Bereich. Entsprechend groß ist aktuell der Bedarf an Schutz und Hilfe – bei schwindenden Mitteln. Trotz aller Schwierigkeiten waren wir sehr beeindruckt von den laufenden Projekten, die neben dem oft lebenswichtigen Angebot für Opfer von häuslicher Gewalt vor allem auch die Bereitstellung von einfachen Häusern für notleidende Familien und Erdbebenopfer sowie die Vergabe von Mikrokrediten zur Existenzgründung für Menschen aus Elendsquartieren umfassen.

Aktuelle Fotos aus dem Frauenhaus bzw. vom Besuch von Luis Tavara in Tübingen:

Mitglieder des Ecuador-Kreises mit Luis Tavara nach dem Gottesdienst am 23. 4. 2017


Luis Tavara berichtet über das Projekt im Gottesdienst am 23. 4. 2017


Blick in den Innenhof des Frauenhauses (2016)


Edi Fananas mit Mitarbeiterinnen des Frauenhauses (Herbst 2016)


Arbeit mit Kindern im Frauenhaus (Herbst 2016)

 

Der Ecuadorkreis trifft sich in etwa sechs- bis achtwöchigem Abstand in der Gemeinde St. Michael. Interessierte, die sich dem Kreis anschließen wollen oder die einfach nur mehr über das Projekt erfahren wollen, sind herzlich eingeladen mit uns Kontakt aufzunehmen. Auch wer sich für den Freiwilligendienst interessiert, ist herzlich willkommen.


Kontakt

Ecuador-Projekt
Marina Nusche
Tel.: 0151 645 939 06
E-Mail: Marina.Nusche(at)web.de

Evivo 
Édison Fañanás-Lanau, Stephanie Wildenberg
E-Mail: info(at)evivo.org

Spenden gehen über das Katholische Verwaltungszentrum in Tübingen ohne Verwaltungskosten direkt an das Willkommenshaus in Ecuador.

Spendenkonto:
Empfänger: Katholische Gesamtkirchenpflege Tübingen
Stichwort: Welcome House Guayaquil, Hogar de Cristo, Ecuador
Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE06 641 500 20 0000 0167 19; 
BIC: SOLADES1TUB

Sie bekommen von dort auf Anfrage eine Spendenquittung zugesandt.
Katholisches Verwaltungszentrum
Bachgasse 3, 72070 Tübingen
Tel.: 07071/68872-0, Fax: 07071/68872-29, E-Mail: mail(at)kvzt.de