Katholische Kirchengemeinde St. Michael Tübingen
Kolpingsfamilie Tübingen


"Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was zu tun ist."

Adolf Kolping (1813-1865), der "Gesellenvater", der Bahnbrecher des sozialen katholischen Vereinswesens, erlernte zunächst das Schuhmacherhandwerk. Selbst aus einer kinderreichen Tagelöhnerfamilie stammend kam er auf Wanderschaft und in Werkstätten mit der physischen und seelischen Not der damaligen Handwerksgesellen in Berührung. Er orientierte sein Berufsleben neu und wollte Priester werden. 1849, bereits vier Jahre nach seiner Priesterweihe, gründete er als Domvikar in Köln einen Gesellenverein.
Beim Tod Kolpings zählte der Katholische Gesellenverein bereits weit über 24.000 Mitglieder in vielen Ländern. So fand die Idee, junge werktätige Männer zu bewußten und engagierten Christen, zu qualifizierten und leistungsstarken Arbeitern in ihren Berufen, zu guten Familienvätern und zu verantwortungsbewußten Staatsbürgern zu erziehen rasch weltweite Verbreitung.

Die Aufgaben des Kolpingwerkes haben sich aus den Nöten des 19. Jahrhunderts heraus entwickelt. Wie sich Gesellschaft und Arbeitswelt in ständiger Entwicklung befinden so auch die Aufgaben der Kolpingfamilie. Wir müssen den Auftrag Kolpings interpretieren und aktualisieren, die Zeichen und die Probleme der Zeit erkennen und in die Botschaft Jesu Christi integrieren.

Wie zur Zeit Adolf Kolpings warten auch heute noch überall Menschen darauf, dass ihnen Gemeinschaft und Orientierung, Lebenshilfe und nicht zuletzt die Fähigkeit vermittelt wird, sich für andere und eine bessere Welt zu engagieren - die zentrale Herausforderung für alle, die es mit Kolping ernst meinen.
Auch in unserer heutigen, durch Wertewandel sich verändernden Gesellschaft würde uns Adolph Kolping seine Leitlinien und Maßstäbe für ein gelingendes Leben ungeschminkt vermitteln.

Wir wissen uns einer lebendigen Gemeinschaft zugehörig. Nicht von ungefähr reden wir vom Kolpingwerk als einem Verband, dessen Merkmal der familienhafte Charakter ist. Wir nennen uns gern Schwestern und Brüder. Das verpflichtet dazu, füreinander einzutreten und sich gegenseitig beizustehen. Das Interesse und die rechte Anteilnahme am körperlichen und seelischen Befinden des Nächsten soll mit Sorge und Mitgefühl geprägt sein. Mitgliedschaft heißt engagiertes Mitarbeiten und Dabeisein in der Kolpingsfamilie in erfolgreichen und schwachen Zeiten - denn genau da wird echte Treue eingefordert. In unserem menschlichen Umgang zeigt sich in der Tat, ob wir Adolph Kolping verstehen und begreifen, was er tätig und in Treue von uns erhofft.


Kontaktadressen:

Vorsitzender: Manfred Herre, Roßbergstraße 10, 72072 Tübingen

Präses: Diakon Martin Hauber, Karl-Adam-Straße 3, 72076 Tübingen